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FonTimes 3/2017

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HANDYNUTZUNG/KOMMUNIKATION BEZAHLEN PER SMARTPHONE: WELCHER ANBIETER BIETET WELCHE FUNKTIONEN? Bezahlen ohne Bargeld und Plastikkarte? Unmöglich, glauben Sie? Nicht ganz. Der Alleskönner Smartphone wird in Zukunft auch als Geldbörse und Finanzmanager fungieren. Einen einheitlichen Standard gibt es allerdings noch nicht. Viele Anbieter des kontaktlosen Zahlens haben sich in der letzten Zeit auf den Schweizer Markt gedrängt. Sicher ist aber, dass das mobile Bezahlen das Bargeld langfristig ablösen wird. In Migros- und Coop-Läden lässt sich schon heute pro blemlos per Smartphone bezahlen. Doch dieses Angebot wird noch wenig von den Schweizern genutzt. Dabei sind die Vorteile mobiler Bezahldienste nicht von der Hand zu weisen. Durch die Sicherheitsvorkehrungen ist die Methode sicherer als Bargeld, das verloren oder gestohlen werden kann. Eine Kreditkarte dagegen wird nicht überall akzeptiert. Und die klassische Bankkarte ist auch nicht zu 100 Prozent fälschungssicher. Auch gibt es die Möglichkeit, per Handy Geld an ein anderes Handy zu überweisen. Zudem hat jeder sein Smartphone immer dabei. Auch Wear ables, wie Smartwatches, könnten so künftig als Bezahlsystem eingesetzt werden, da auch sie unsere ständigen Begleiter sind. Migros hat mit M-Connect ein eigenes System entwickelt. Neben der Bezahloption können dort auch die Einkäufe und alle Coupons des Händlers verwaltet werden. Per Strichcode an der Kasse wird hiermit bezahlt. Die Kassenbons werden ebenfalls digital in der App hinterlegt. Die Einkaufsliste kann über die Apple Watch verwaltet und so im Laden abgehakt werden. Swiss Wallet nutzt die Dienstleistung Masterpass. Hierbei handelt es sich um eine digitale Bezahllösung von Mastercard. Das System ist offen für alle gängigen Kreditkarten. Im Wallet sind bereits alle Karten hinterlegt und die Karteninformationen werden laufend aktualisiert, zum Beispiel bei einem Adresswechsel. Die Authentifizierung von Wallet- Inhabern erfolgt durch ein Zwei-Faktor-Verfahren im Online-Shop. Die Option für mobiles Zahlen soll bald folgen. TECH-GIGANTEN SCHLAFEN BEIM MOBILEN BEZAHLEN Eine weitere Option ist die Powerpay-App. Mittels eines PINs wird ein Barcode in der App generiert. Dieser wird von dem Händler erfasst und der Zahlvorgang abgeschlossen. Fünf vor Geld: Swatch hat eine Uhr entwickelt, mit der man ganz bequem seine Einkäufe bezahlen kann. Postfinance hat die App Twint auf den Weg gebracht. Grosse Händler wie Coop, Migros und Denner sowie kleinere Händler bieten diese Zahloption inzwischen an. Doch die App kann nicht nur im stationären Handel eingesetzt werden. Auch in vielen Online-Shops wird sie inzwischen akzeptiert. Offline dient ein sogenannter Beacon an der Kasse als Zahlterminal. Ist dieser nicht vorhanden, kann der angezeigte QR-Code an der Kasse gescannt werden. Auch untereinander können Twint-Nutzer Geld transferieren. Twint ist derzeit der grösste Anbieter in der Schweiz. Bisher war es als Prepaid-Lösung gedacht. Ab diesem Jahr kann per Debit-Funktion das Konto oder die Kreditkarte direkt be lastet werden. Der Anbieter Paymit war zuvor die meistgenutzte App, bis diese mit Twint fusionierte. 42

F Das Handy muss einfach nur an den Beacon gehalten werden. Das Bezahlen mit Twint ist eine einfache Sache. Auch der Schweizer Uhrenhersteller Swatch lässt sich die Möglichkeit des mobilen Bezahlens nicht entgehen. Mit der Swatch Bellamy-Uhr ist das kontaktlose Zahlen mit dem Handgelenk möglich. In der Uhr ist ein NFC-Chip verbaut. Die Uhr fungiert als Prepaid-Karte. Mirgos hat selbst eine Bezahl-App entwickelt, die auch Einkauflisten be inhaltet. Apple Pay ist auf dem besten Weg den Standard für mobile Zahlungssysteme zu liefern. Die Tech-Giganten Samsung, Google und Apple kommen dagegen nur schleppend in die Gänge, was mobile Bezahlsysteme betrifft. Apple Pay ist inzwischen auch in der Schweiz verfügbar. Das System nutzt die kontaktlose Zahlmethode über Near Field Communication (NFC). Somit ist das Bezahlen an allen Kassenterminals, die mit der NFC-Technik ausgestattet sind, möglich. Dafür werden in der App die jeweiligen Bank- und Kreditkarten hinterlegt. Auch mit der Apple Watch kann bezahlt werden. Zudem kann innerhalb von einigen Shopping-Apps und Online-Händlern mit Apple Pay bezahlt werden. Mittels Touch- ID wird der Bezahlvorgang ausgelöst. Android Pay ist bisher noch nicht in der Schweiz verfügbar, wird aber auch hier auf absehbare Zeit kommen. Der Google-Dienst nutzt NFC. Zum Bezahlen muss aber nicht einmal die App geöffnet werden, es reicht, wenn das Smartphone einfach an das Terminal gehalten wird. Die einzige Bedingung ist, dass der Homescreen entsperrt ist. Bonusprogramme sind in dem System hinterlegt und werden automatisch beim Bezahlen mitbedient. Mit dieser Variante kann in Shopping-Apps bezahlt werden. Samsung Pay unterstützt neben NFC auch Magnetic Secure Transmission (MST) und ist daher mit mehreren Bezahlsystemen kompatibel. Der Dienst steht in der Schweiz kurz vor der Markteinführung. › 43