Aufrufe
vor 2 Jahren

FonTimes_6/2017

  • Text
  • Forum
  • Konsumenten
  • Unternehmen
  • Facebook
  • Amazon
  • Franken
  • Smartphone
  • Schweiz
  • Geld
  • Schweizer
  • Whatsapp

SOCIAL APPS/SPIELE/NEWS

SOCIAL APPS/SPIELE/NEWS MEDIA SHAZAMEN KÖNNTE BALD ALLTAG WERDEN Nicht nur Sound: Dem Marktführer unter den Musikerkennungs-Apps, Shazam, ist das nicht mehr genug. Mit neuen Geschäftsfeldern will das Unternehmen zum Erkennungsdienst für alles werden. Seit letztem Jahr ist die Musik-App endlich profitabel und hat weltweit eine Milliarde Downloads. Damit ist die App – wenn man von Gaming-Angeboten einmal absieht – die erfolgreichste Anwendung in ganz Europa. Schon früh haben die Macher von Shazam damit eine Nische besetzt, denn wer kennt das nicht: Man steht in einem Laden oder sitzt im Auto und hört ein Lied, das einem gut gefällt, aber man weiss nicht, wie es heisst. Dabei schafft diese App Abhilfe. Sie analysiert Audiosequenzen und sagt einem in sekundenschnelle, wie der Titel lautet, wer der Interpret ist und wo man den Song hören oder kaufen kann. Auch die Lyrics kann man sich gleich dazu anschauen. Seit der Vermarkter Ströer das Mandat im deutschsprachigen Raum übernommen hat, treibt man die Entwicklung im Bereich „Visual Shazam“ voran. Damit ist es möglich, nicht mehr nur Audio-Signale auszuwerten, sondern auch 38

F visuelle Objekte oder Produkte zu erkennen, wenn der Nutzer sein Smartphone auf das Objekt hält. Shazam liefert dann weitere Infos auf das Handy. Das Prinzip ähnelt den Apps, die QR-Codes scannen. Statt des dafür vorgesehenen Codefelds richtet der Nutzer die Kamera einfach direkt auf das Objekt. Das ist auch aus einiger Entfernung schon möglich. Interessant ist diese Technik vorerst für die Branche der Aussenwerbung, denn damit lassen sich Kampagnen von öffentlichen Plakaten gewissermassen in den privaten Bereich eines Smartphone-Screens verlängern. Aber auch für andere Bereiche kann es nützlich sein: Wenn Sie zum Beispiel auf der Strasse ein Paar Schuhe sehen, das Ihnen gefällt, können sie diese einfach abscannen und Shazam sagt, wo es die tollen Treter zu kaufen gibt. Oder Sie machen einen Städte-Trip und wollen mehr Informationen zu einem Gebäude oder einer Sehenswürdigkeit erhalten. Abscannen – fertig! Natürlich ist die Frage, ob dieses Konzept aufgeht. Tatsache aber ist: Schon lange suchen Markenartikler nach Möglichkeiten, Outdoor-Kampagnen mit dem Smartphone zu verbinden. Vor allem der Beacon-Technologie hat man in diesem Kontext viel zugetraut. Der Aussenwerber Wall hat Hunderte seiner Werbeträger mit Beacons ausgestattet, um seinen Kunden vorinstallierte Interaktionstools zu bieten. Und auch Ströer stattet rund 50.000 Outdoor-Werbeflächen mit den kleinen Sendern aus. Damit können Passanten vor dem Poster via Bluetooth Songs, Spots, Flyer oder andere Informationen aufs Handy laden. In den USA machen sich Filmemacher das Feature schon zunutze – wer hier ein Kinoplakat mit dem Handy scannt, bekommt Zugriff auf exklusive Trailer. Auch Conde Nast und Sports Illustrated nutzen die Option schon für eine Erweiterung Ihrer Produkte. Erst kürzlich wurde auch eine Augmented-Reality-Lösung fertiggestellt und soll nun auf den Markt kommen. Damit können zu Produkten, POS-Materialien, Anzeigen oder Plakaten jetzt auch 3-D-Animationen, Mini-Games und 360- Grad-Videos geliefert werden. „Der Launch von AR hat viel positives Feedback von unseren Kunden gebracht“, sagt Giovanni Bossio, Manager bei Shazam in London. „Wir rechnen damit, dass dies viele Marken nutzen und uns damit in diesem Jahr ein weiteres Wachstum bescheren.“ Das Unternehmen möchte dauerhaft physische und digitale Produkte miteinander verknüpfen und dem Nutzer so einen Mehrwert bieten: ob Buchbestellungsseite nach dem Auslesen eines Posters, Zugang zu exklusivem Videomaterial nach dem Scannen einer Zeitungsanzeige oder Tour-Daten verborgen hinter einem Foto auf den Shirts des Merchandising-Standes. 39