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FonTimes_7/2017

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ALLTAG HAUSHALTSROBOTER

ALLTAG HAUSHALTSROBOTER EROBERN DAS EIGENHEIM Das bisschen Haushalt macht sich von allein . . . – aus diesen Liedzeilen wird zunehmend Realität. Haushaltsroboter saugen, wischen und mähen ganz von allein. Das wissen die Menschen zu schätzen, denn jeder Zweite steht ihnen offen gegenüber. Keiner schmeisst gerne den Haushalt. Umso so schöner, wenn es jemanden gibt, der das für einen macht. Nun haben die wenigsten das nötige Kleingeld für eine Reinigungsfachkraft oder wollen eine solche beschäftigen. Da kommt ein kleiner Roboter ganz gelegen. Bereits ein Viertel der Haushalte beschäftigt solch einen. Diese Zahl wird in Zukunft weiter steigen, denn weitere 42 Prozent können sich eine Anschaffung vorstellen, wie Bitkom in einer Befragung herausfand. „Aktuell kommen immer mehr Roboter zu immer günstigeren Preisen auf den Markt, die uns zu Hause bei alltäglichen Aufgaben unterstützen oder sie sogar komplett übernehmen können“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Verbraucher können von diesem technologischen Fortschritt profitieren und sich den Alltag erleichtern lassen.“ Seit es Science-Fiction-Bücher und -Filme gibt, träumt der Mensch von einem technischen Assistenten, der ihm lästige Aufgaben abnimmt. Mit der Weiterentwicklung künstlicher Intelligenzen rückt dieser Traum immer näher. Besonders Familien mit Tieren oder Kindern sowie Gartenbesitzer dürften sich schon jetzt über die kleinen Helfer freuen. Denn ganz vorne mit dabei sind Staubsauger- und Rasenmäh-Roboter. Das sind auch die grössten Anwendungsbereiche, in denen sich die Menschen Unterstützung von Robotern wünschen. Acht von zehn der Befragten, die Interesse an Robotern haben, wollen ihn primär als Haushaltshilfe etwa zum Staubsaugen oder Wischen einsetzen, Unterstützung bei der Gartenarbeit ist bei 41 Prozent gefragt. Bisher ersetzen aber nur die wenigsten Geräte im Staubsaugerbereich den Grossputz. Die Saugkraft ist zwar ausreichend für zwischendurch, aber eine gründliche Reinigung kann damit noch nicht ersetzt werden, zumal die meisten Roboter Probleme mit verwinkelten Ecken und herumliegenden Kabeln haben, an denen sie hängen bleiben. Für die einfache Reinigung zwischendurch sind sie aber durchaus geeignet und geben Ihnen mehr Zeit für andere Dinge. 108

F Selbiges gilt auch für die Wischroboter. Bei den autonomen Rasenmähern sieht es dagegen anders aus. Sie arbeiten gründlich und kürzen jeden Grashalm auf dieselbe Länge. Dabei sind sie meist ruhiger als normale Rasenmäher. Ganz neu sind solche kleinen Haushaltshelfer allerdings nicht. Erste Anfänge sind in Geräten wie der Spülmaschine zu sehen. Diese räumt sich zwar (noch) nicht selbst ein, aber immerhin übernimmt sie das Schrubben, Spülen und Abtrocknen des Geschirrs. Waschmaschinen führten ebenfalls weg von der Handwäsche hin zur maschinellen Unterstützung. Da ist es nur logisch, dass weitere Haushaltsaufgaben technologisiert werden. HAUSHALTSROBOTER SPAREN LANGFRISTIG STROM UND GELD Das kommt auf Dauer auch der Umwelt zugute. Denn die Rasenroboter zum Beispiel können mit Ökostrom anstelle von Benzin betrieben werden. Ein Wischroboter verbraucht auf grossen Flächen weniger Wasser, als wenn man mit Lappen und Eimer an die Sache herangeht. In Büroräumen kann ein solcher Roboter zudem Geld und Zeit sparen. So kann ein Saugroboter beispielsweise die Räume saugen, während die Reinigungsfachkraft die Tische wischt. Das ist vor allem in grossen Bürogebäuden interessant. Sicherheit in den eigenen vier Wänden wird ein immer grösseres Thema. Die Technik der überwachenden Haushaltsroboter schreitet auch hier immer weiter voran. Allerdings sind bisher noch wenige Geräte auf dem Markt. Was sicher auch daran liegt, dass eine Überwachung mittels Kamera im Bereich Smart Home integriert werden kann (lesen Sie hierzu unseren Bericht auf Seite 54 –56). Dennoch will jeder Zweite die Sicherheit in seinem Heim von einem Roboter überwachen lassen. Beim Thema Datenschutz braucht man sich bei den meisten Modellen keine Sorgen machen. Kaum eines der Geräte, die aktuell auf dem Markt sind, hat Zugang zum Internet. Gesteuert werden sie höchstens per Bluetooth. Künftige Robotergenerationen, die immer mehr Hausarbeiten übernehmen sollen, werden allerdings auf lange Sicht auch über das Internet kommunizieren. Bis es allerdings soweit ist, dauert es sicher noch einige Jahrzehnte. Denn es gibt zwar schon Haushaltsroboter, die selbstständig mehrere Tätigkeiten im Haushalt übernehmen. Dabei handelt es sich meist noch um Prototypen. Die ausgereifteren Modelle sind zwar schon auf dem Markt erhältlich, aber sicher noch nicht für jeden erschwinglich. Trotz der zunehmenden Automatisierung des Haushalts gibt es noch immer Menschen, die ihre Hausarbeit nicht von Robotern erledigt haben möchten (37 Prozent). Ein Drittel der Ablehner sieht keinen Mehrwert in der Technik und weitere 17 Prozent haben kein Vertrauen darin. Ein Roboter, der die lästige Hausarbeit abnimmt, ist nur noch selten ein Wunschtraum, dafür immer mehr Realität. Basis: Potentielle Roboternutzung ab 14 Jahren in Deutschland / Quelle: Bitcom Research 2017 109