Aufrufe
vor 2 Jahren

FonTimes_7/2017

  • Text
  • Borer
  • Schweizer
  • Unternehmen
  • Zeit
  • Google
  • Zudem
  • Franken
  • Menschen
  • Kinder
  • Ebenfalls

APPS/SPIELE/NEWS

APPS/SPIELE/NEWS FACEBOOK-WERBUNG SOLL KEINE WAHLEN MEHR ENTSCHEIDEN Nach diversen Wahlen, die anders ausgingen als erwartet, und vermehrter Kritik an Facebook als Multiplikator für Fake News, greift das Unternehmen jetzt ein. Politische Werbung soll künftig stärker überprüft werden. Für dieses Unterfangen schafft das Unternehmen 1'000 neue Arbeitsplätze. Die Kritik begann damit, dass in den USA eine Debatte darüber geführt wurde, wie durch Russland finanzierte Facebook-Werbung die Präsidentschaftswahlen beeinflusst haben könnte. Nach einer ausführlichen Prüfung stellte Facebook fest, dass zehn Millionen Nutzern Werbung in der Timeline gezeigt wurde, die Einfluss auf ihre Wahlentscheidung nehmen konnte. Diese Anzeigen werden nun dem US-Kongress vorgelegt. Damit das künftig nicht mehr passiert, sollen Werbeanzeigen künftig besser überprüft werden. FACEBOOK HAT DIE WERBERICHTLINIEN ÜBERARBEITET So können sich Nutzer künftig alle bei Facebook und Instagram geschalteten Anzeigen auf einer Übersichtsseite einblenden lassen – unabhängig davon, ob sie zu der entsprechenden Zielgruppe gehören oder nicht. Getestet wird das neue Feature vorerst in Kanada. Sind alle Kinderkrankheiten ausgemerzt, soll es weltweit ausgerollt werden. Im Rahmen der Zwischenwahlen in den USA im kommenden Jahr werden Wahlwerbungen besonders unter die Lupe ge nommen. Die Auftraggeber müssen ihre Identität durch Facebook prüfen lassen. Ist dies geschehen, müssen die Banner auch ausweisen, von wem sie gekauft wurden. Ein Klick auf weitere Informationen gibt dem Interessenten Aus kün fte über den Werbe trei benden. Somit soll es für die Nutzer möglich sein, direkt zu erkennen, welche Nachrichten oder Anzeigen in ihrer Timeline politisch motiviert sind. „Wir sind nach wie vor fest entschlos s en, die Inte grität des Wahlprozesses auf Facebook zu schützen“, schreibt Rob Goldman, Vi ze präsident der Werbeabteilung von Facebook. Seiten­ Be treiber, die permanent 16

F mit Falschmeldungen werben, können künftig keinerlei Werbung mehr auf Facebook schalten. Das Verbot kann allerdings wieder aufgehoben werden: Wer die weitere Verbreitung von Falschmeldungen unterlässt, kann wieder Werbung schalten. 100'000 US-DOLLAR FLOSSEN IN WERBUNG FÜR FAKE NEWS Hintergrund der neuen Richtlinien ist die Zunahme von Falschmeldungen in Facebook. Besonders stark war der US-Wahlkampf im vergangenen Jahr davon betroffen. Einem Bericht von Facebook zufolge kamen massenhaft verbreitete Posts/Anzeigen von der in St. Petersburg sitzenden Internet Research Agency, die schon in der Vergangenheit mit vielen Falschmeldungen in Verbindung gebracht wurde. 470 falsche Konten haben zwischen Juni 2015 und Mai 2017 fast 100'000 US-Dollar für Anzeigen ausgegeben. Inhalt waren meist falsche Informationen. Auch Twitter, Google und Instagram waren davon betroffen. Bisher ist allerdings nicht bekannt, wie diese Dienste solche Angelegenheiten künftig handhaben werden. Instagram wird die Richtlinien seiner Mutter Facebook sicher weitestgehend übernehmen. 17