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FonTimes_7/2017

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TITELSTORY SCHWEIZER

TITELSTORY SCHWEIZER WIRTSCHAFTSWACHSTUM NIMMT LEICHT ZU Wie steht es derzeit um die Finanzen der Schweizer? Wir haben nachgeforscht und die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengetragen. Die Einschätzungen von Dr. Thomas Borer bestätigt auch eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Valid Research. Die Hälfte der Schweizer bewertete vergangenes Jahr ihre finanzielle Lage als positiv. Vor allem die Generation der Babyboomer ist zufrieden. Bei der jüngeren Generation lässt die Zufriedenheit etwas nach. Aus dem letzten Jahresbericht der Eidgenössischen Finanzverwaltung geht hervor, dass die Schweiz den Schuldenabbau weiter vorantreiben kann. Die sogenannten Maastricht­ Schulden sind 2015 auf 196,4 Milliarden Franken gesunken. Die Schuldenquote der öffentlichen Haushalte sank auf 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Auf 98,2 Milliarden sanken die Schulden des Bundes. Die Entschuldung der Sozialversicherungen schreitet ebenfalls weiter voran und beläuft sich inzwischen auf 2,6 Milliarden Franken. Dennoch ist die Schuldenquote der Kantone um 0,1 Prozent gewachsen. Etwa 426 Milliarden Franken hat der Bund inklusive der Gemeinden und Kantone eingenommen, bei den Sozialversicherungen waren es rund 62 Milliarden. Trotz eines Anstiegs des realen BIP von 0,2 Prozent im zweiten Quartal dieses Jahres kann die Schweiz nicht mehr an die kräftigen BIP-Zuwächse von 2014 anschliessen, wie die Ex pertengruppe des Bundes für die Konjunkturprognose ermittelte. Bereiche, die in der Vergangenheit durch die Franken-Stärke beeinflusst wurden, erholen sich langsam. Das betrifft das verarbeitende Gewerbe und das Gastgewerbe. Dennoch bleibt die Entwicklung in den meisten Dienstleistungsbranchen schwach, wie etwa dem Handel. Das Wirtschaftswachstum wird derzeit hauptsächlich durch das verarbeitende Gewerbe, die Finanzdienstleistungen und 71 % DER SCHWEIZER GLAUBEN IHRE WIRTSCHAFTLICHE UND FINANZIELLE SITUATION WIRD SICH IN DEN KOMMENDEN JAHREN NICHT VER BESSERN. 48 % DER UNTER 35-JÄHRIGEN GLAUBEN, DASS SICH IHRE BERUFLICHE UND DAMIT AUCH FINANZIELLE LAGE BIS ENDE 2017 VERBESSERN WIRD. 76 % RECHNEN DAMIT, DASS DAS HAUSHALTSEINKOMMEN BIS ENDE 2017 ETWA GLEICH BLEIBT. 84 % DER VERBRAUCHER BLICKEN OPTIMISTISCH IN DIE ZUKUNFT. 28

F das Gastgewerbe angetrieben. Insbesondere das Gastgewerbe kann wieder Wachstumszahlen wie vor dem Franken-Schock im Jahr 2005 verzeichnen. Die Expertengruppe des Bundes für die Konjunkturprognose zeigt sich erfreut über die Entwicklung der Branchen, die in den vergan genen Jahren mit Problem zu kämpfen hatten. Dennoch gibt es immer noch Bereiche, die sich weniger gut ent wickeln. Das zeigt das unterdurchschnittliche Wachstum des BIP. Der private Konsum hat im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zugenommen. Dennoch liegt er weiterhin unter dem his torischen Mittel. Die Konsumstimmung liegt aber über dem langfristigen Mittel, was daran liegt, dass die Kon sumenten die allgemeine Wirtschaftsentwicklung als optimistisch betra chten. Sie rechnen auch damit, dass der Arbeitsmarkt sich im Zuge dessen erholen wird und die Arbeitslosenrate sinkt. Bei den Warenexporten kann die Schweiz in diesem Jahr erneut ein überdurchschnittliches Wachstum verbuchen. Das führen die Konjunktur-Experten auf das weltweit solide Wirtschaftswachstum zurück. Hinzu kommt, dass der Franken eine leichte reale Abwertung hat und somit Waren aus der Schweiz für das Ausland wieder günstiger werden. Die Spitze der Exporte führt die Chemie- und Pharmabranche mit fast der Hälfte aller Ausfuhren an. Die Schweizer Uhrenhersteller können nach einer langen Konsolidierungsphase wieder ein Umsatzwachstum von fast vier Prozent verzeichnen. Die EU ist nach wie vor der grösste Abnehmer von Schweizer Produkten. Die am Landesindex der Konsumentenpreise gemessene Inflation beträgt bisher 0,5 Prozent. Die Kerninflation – dieser Wert schliesst Energie, Treibstoff, saisonale und frische Waren aus – liegt bei 0,4 Prozent. Die Konjunktur-Experten schieben die Teuerungsrate vor allem auf die gestiegenen Preise der Dienstleistungsbranche. Vor allem Mieten und Kosten für Pauschalreisen sind angestiegen. › WENIGER ALS JEDE dritte Frau IST MIT DER ENTWICKLUNG DES EIGENEN LEBENSSTANDARDS IN DEN LETZTEN ZEHN JAHREN ZUFRIEDEN. 21 % GLAUBEN, DIE KONJUNKTUR IN DER SCHWEIZ WIRD SICH IN ZUKUNFT VERSCHLECHTERN. ÜBER die Hälfte DER SCHWEIZER HALTEN IHREN ARBEITS- PLATZ FÜR SEHR SICHER. 38 % WOLLEN GELD BEIM RENOVIEREN UND EINRICHTEN SPAREN. CHF 29