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FonTimes_7/2017

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OFFLINE-MODUS OH DU KURIOSE WEIHNACHTSZEIT In der Schweiz gibt es Samichlaus, Christkind und Fondue chinoise. Diese Bräuche sind altbekannt und werden jedes Jahr aufs Neue wieder gefeiert. Doch welche Traditionen gibt es in anderen Ländern? ÖSTERREICH Im Nachbarland gibt es einen bösen Gegenspieler zum Nikolaus – der Krampus. Er jagt unartige Kinder und steckt sie in einen Sack. Am Nikolaustag verkleiden sich häufig junge Männer als Krampus und jagen Kindern einen Schrecken ein. SKANDINAVIEN Noch relativ jung ist ein Brauch aus Schweden. Seit 1966 wird dort zum Beginn der Adventszeit ein 13 Meter hoher Julbock errichtet. Doch der Brauch zog ungewollt eine andere Tradition mit sich: das versuchte Abfackeln des Heubocks. Bisher gelang es 29 Mal, den Julbock komplett abzubrennen, zuletzt im vergangenen Jahr. Island ist bekanntlich das Land der Feen, Elfen und Trolle. So verwundert es kaum, dass auch in der Weihnachtszeit Trolle ihr Unwesen treiben. Die Jólasveinar besuchen Familien 13 Nächte lang. Kinder stellen ihre besten Schuhe vor die Tür, damit die Trolle diese mit Geschenken füllen können. Doch nicht nur Geschenke haben diese dabei, unartige Kinder bekommen faule Kartoffeln in die Schuhe gelegt. In Norwegen verstecken die Menschen schon seit Jahrhunderten ihre Besen zu Weihnachten, weil sie glauben, dass Hexen oder andere böse Geister an Heiligabend nach Besen suchen, um auf ihnen zu reiten. GROSSBRITANNIEN Auf der englischen Insel müssen Kinder bis zum Morgen des 25. Dezember warten, ehe sie ihre Geschenke auspacken dürfen. Danach geht es zum Essen mit der Familie. Zum Nachtisch gibt es Christmas Pudding, in den kleine Geschenke eingebacken werden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag – dem Boxing Day – wird vor allem den Menschen gedankt, die man im Alltag weniger wahrnimmt, etwa dem Postboten. In Wales klopft dagegen ein totes Pferd mit einigen Bewohnern im Schlepptau an die Tür und hofft auf eine Einladung zum Essen und Trinken. Glück soll der „Mari Lwyd“-Brauch zudem bringen. 32

F GRIECHENLAND Kinder ziehen am 24. Dezember mit Trommeln und Glocken durch die Strassen und singen dazu. Dafür erhalten sie von den Erwachsenen kleine Geschenke. Die Grösseren bekommen sie in der Silvesternacht. Dann gibt es auch den traditionellen Weihnachtskuchen, in den eine Münze eingebacken ist. Sie verspricht dem Finder Glück im neuen Jahr. IRLAND Dass die Iren manchmal etwas irre sind, ist weitläufig bekannt. Deswegen werden auch nur diese verstehen, warum die halbe Nation anlässlich des Weihnachtsfestes von Klippen ins eiskalte Wasser hüpft. SPANIEN Kinder füttern über zwei Wochen den Tió de Nadal. Dabei handelt es sich um einen kleinen Baumstamm mit Gesicht, der in eine Decke gehüllt ist. Danach schlagen sie mit Stöcken auf ihn ein, bis er die Süssigkeiten „verdaut“ hat und sie unten wieder herauspurzeln. Tradition hat auch die Weihnachtslotterie – die „Lotería de Navidad“ ist die grösste und älteste Lotterie der Welt. Mehrere Milliarden werden bei der Ziehung am 22. Dezember ausgeschüttet. ITALIEN Geschenke zu Weihnachten haben in Italien noch keine lange Tradition. Stattdessen bringt die Hexe Befana in der Nacht zum 6. Januar die Geschenke. Die Weihnachtstage sind eigentlich eine Zeit, in der die Familie zusammenkommt. Erst seit einigen Jahren werden in einigen Haushalten am 25. Dezember schon Geschenke verteilt. PHILIPPINEN Es gibt wohl kaum ein Land, in dem länger Weihnachten gefeiert wird – ganze acht Tage dauert das Fest. Jeden Tag finden Messen statt. Wer sie jeden Tag besucht, hat am Ende einen Wunsch frei, der auch in Erfüllung geht. POLEN Vegetarisch wird es in dem osteuropäischen Land. Denn der 24. Dezember ist ein offizieller Fastentag. Dennoch muss keiner hungrig vom Tisch aufstehen: Zwölf unterschiedliche Gerichte werden gereicht. Ein leeres Gedeck wird zusätzlich aufgelegt für einen unerwarteten Gast. Denn eine polnische Legende besagt, dass Tiere in der Weihnachtsnacht quasi „menschlich“ werden. TSCHECHIEN Nach dem Festschmaus wird nach alter böhmischer Tradition ein Apfel quer aufgeschnitten, um einen Blick in die Zukunft zu wagen. Ist das Kerngehäuse als Stern zu sehen, verheisst dies Glück und Gesundheit. Ein Kreuz ist dagegen ein schlechtes Omen. RUSSLAND Väterchen Frost ist in Russland für die Geschenke zuständig. An Silvester gibt es die Bescherung. Das orthodoxe Weihnachtsfest wird 13 Tage nach dem christlichen Weihnachtsfest gefeiert. USA Viele Juden leben in den USA und daher stehen Hanukkah-Feiern hier häufig auf dem Plan. In der Hauptstadt Washington D. C. wird seit 1979 ein neun Meter hoher Hanukkah-Leuchter auf dem Gelände des Weissen Hauses aufgestellt. Jeden Tag wird eine der insgesamt acht Kerzen angezündet. Generell ist die Beleuchtung an Weihnachten in den USA ein wichtiges Thema. Je mehr Lämpchen am Haus brennen, desto besser. An Heiligabend hängen die Kinder grosse Socken auf, in die der Weihnachtsmann nachts die Geschenke steckt. Der 25. Dezember ist zu dem der Hauptfesttag, an dem Familie und Freunde zusammen kommen. 33