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FonTimes_7/2017

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SOCIAL MEDIA BEIM ZOCKEN

SOCIAL MEDIA BEIM ZOCKEN MAL EBEN EIN PAAR TAUSEND FRANKEN VERDIENEN Sie haben grosse Villen und dicke Autos. Sie haben Millionenschwere Sponsoring- Verträge und reisen um die Welt. Dabei machen sie nur eins: Zocken! eSports heisst der neueste Trend und die Champions verdienen damit richtig viel Geld. Es muss wohl der Traum eines jeden Jungen (und vielleicht auch dem ein oder anderen Mädchen sein): Geld verdienen mit dem stundenlangen Spielen am Computer. Doch es ist ein langer Weg bis in den Olymp der Zocker-Helden. eSports erfährt gerade einen richtigen Hype. 25 Prozent der TV-Zuschauer interessieren sich für die Live-Übertragungen. Und auch bekannte Fussballclubs wie etwa FC St. Gallen, FC Luzern, FC Lausanne und FC Basel haben bereits eigene Teams am Start. Global hat sich eSports bereits zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Die Organisatoren der Olympischen Spiele 2024 in Paris führten laut „The Guardian“ bereits ernst ­ hafte Ge spräche über eine Einführung als olympische Sportart. Bei den Asienspielen 2022 ist eSports bereits eine eigene Disziplin. Der League of Legends-Charakter Lux beherrscht de Kräfte des Lichts. Das Spiel gehört zu den beliebtesten Computer- spielen. Es gehört zu den sogenannten Multiplayer-Spielen. DOCH WAS GENAU IST ESPORTS EIGENTLICH? Einfach gesagt handelt es sich um Wettkämpfe im Bereich der Computerspiele. Zu den beliebtesten und bekanntesten Spielen zählen unter anderem: SMITE, League of Legends, Heroes of the Storm, Dota 2, Counter-Strike Global Offensive, Halo, Battlefield, Overwatch, Call of Duty, Street Fighter, Super Smash Bros., Warcraft, StarCraft: Brood War, Age of Empires, World of Conflict, FIFA Football/Soccer, Rocket League, World of Tanks und Hearthstone: Hereos of Warcraft. Bis Ende des 20. Jahrhunderts fristeten die professionellen Spieler noch ein Nischen-Dasein. Inzwischen geniessen die Top-Athleten mancherorts einen ähnlich hohen Status wie Film- oder Popstars. Der Weg in die Liga der Besten ist lang und hart. Und wer glaubt, bei den Top-Athleten handelt es sich um bleichgesichtige Nerds, der irrt. Die Profis legen höchs ­ ten Wert auf eine gesunde Ernährung, Sport und ausreichend Schlaf. Das ist wichtig, wenn sie in den Duellen mehrere Stunden konzentriert vor dem Rechner verbringen müssen. Noch dazu, sagt Computerspiel-Kommentator Maxim Markow, sei es Sport für die grauen Zellen – ähnlich wie Schach. Wer erfolgreich sein und mit dem Zocken seinen Lebensunterhalt verdienen will, der muss täglich trainieren. Dafür gehen täglich mehrere Stunden drauf. Für Profis sind Disziplin, Ziel stre bigkeit und auch die Kommuni katio nsfähigkeit wichtige Eigenschaften, um voranzukommen. Die Spieler müssen über Stunden konzentriert bleiben. Daher ist für die Szene klar, dass eSports durchaus als Sportart eingestuft werden kann. Entstanden ist das Ganze aus den ehemals privat organisierten Spielertreffen, wie etwa den LAN-Partys. Doch was macht den elektronischen Sport in zwischen so interessant für die Masse? Computerspiele begeistern 38

F Jedes eSports-Team hat sein eigenes Maskottchen. Diese sind meist von den Spielen selbst inspiriert. junge Menschen schon seit langem. Durch die neuen technischen Möglichkeiten und die inzwischen deutlich besseren Grafiken eröffnen sich ganz neue Märkte. Bis 2021 rechnet das Statistikportal statista mit einem Gesamtumsatz von 725 Millionen Schweizer Franken. Bereits in diesem Jahr lag der Umsatz bei etwa 570 Millionen Franken. Das macht sich auch bei den Preisgeldern bemerkbar: Diese bewegen sich inzwischen im Bereich von mehreren hunderttausend Dollar, die Welt spitze der Gamer sind bereits Multi millionäre. Der Trend zum esport kam vor allem aus Südkorea. Mit der Zunahme der Internet geschwindigkeit und der Einführung der ersten internetbasierten Spiele wie Counterstrike oder Warcraft formierten sich dort in den Internetcafés Teams. Bald wurde das Zocken immer professioneller betrieben und bekam in Südkorea prominente Sendeplätze im TV mit Millionen Zuschauern. Die Fussballclubs mit eigenen eSports-Teams fordern inzwischen eine eigene Liga für die Schweiz. Denn derzeit gibt es nur Einzel-Turniere und -Titel. Dass diese bald Realität werden kann, ist nicht so abwegig, wie man im ersten Moment glaubt. In anderen europäischen Staaten gibt es bereits solche Ligen – E-Divisie in den Niederlanden, e-Ligue 1 in Frankreich, A1 eSports League Austria in Österreich. „eSports erreicht immer mehr Menschen auch fern ab der klassischen Fans und macht die Games-Kultur für jeden erfahrbar. Dies belegt eindrucksvoll die stark wachsende 39