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FonTimes_7/2017

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HANDYNUTZUNG/KOMMUNIKATION Bei der verbindungsorientierten Leitung werden folgende drei Schritte nacheinander durchlaufen: Verbindungsaufbau, Datentransfer und Verbindungsabbau. Den ersten ARPAnet-Knotenpunkt bildete die University of California Los Angeles. Dieser Standort wurde auch direkt als Network Measurement Center zur Messung und Evaluierung der Netzperformance eingesetzt. Bereits ein Jahr später, und nachdem insgesamt vier Knotenpunkte installiert wurden, kommt es aufgrund der Datenmengen schon zur Netzüberlastung. Daraufhin wird das Network Control Center (NCC) eingerichtet. Alle angeschlossenen Knotenpunkte mussten von nun an ein Lebenszeichen pro Minute an NCC senden. Wenig später folgte ein Update, welches dafür sorgte, dass die einzelnen Knotenpunkte von anderen angeschlossenen Rechnern Programme herunterladen können. Somit war sichergestellt, dass bei einem Ausfall eines Knotenpunkts auf die benötigen Daten trotz allem zugegriffen werden konnte. Zudem konnten so Backups erstellt werden. Während der Entstehung der Vorväter des Internets entwickelten sich auch die klassischen Merkmale dessen. Es ist eine softwaregesteuerte Vernetzung von Rechnern, die dezentral gesteuert wird. Das hat den Vorteil, dass auch bei vereinzelten Ausfällen noch ein lebensfähiges Netzwerk besteht. Der Datentransport kann typischerweise über verschiedene Netze und Übertragungsmedien erfolgen. Die dezentrale Organisation des Netzwerks sorgt auch dafür, dass sich Innovationen schnell und einfach ohne starre Vorgaben durch Institutionen, Staaten oder ähnlichem verbreiten können. Ursprünglich wurde das ARPAnet entwickelt, um die Kommunikation des Militärs auch nach einem Atomanschlag aufrecht zu erhalten. Es sollte sichergestellt 1980 1984 1980 wird das britische Netz PSS entwickelt. 1981 188 Rechner mit rund 500'000 Usern sind 1981 über das Internet vernetzt. 1983 Zwei Jahre später teilt sich das ARPAnet in zwei Netzwerke: MILnet übernimmt den militärischen Datenverkehr, der Rest wird weiterhin über das ARPAnet bedient. In Darmstadt wird 1984 das EARN (European Academic Research Network) eingeführt. .at .it .ie .de .ee Die Top Level Domains (TLD) werden 1986 zur genauen Adressierung der Rechner lanciert. Kürzel für Länder oder bestimmte Einrichtungen verstecken sich dahinter, wie etwa .ch für die Schweiz. CERN setzt sich für die Entwicklung des World Wide Web – kurz www – ein und will damit ein Problem in der Kommu - nikation der 7'000 Mitarbeiter lösen. Mittels eines Programms werden Daten eindeutig auf anderen Rechnern auffindbar und dadurch auch die Verlinkung zu anderen Dateien möglich. .nl .ch .lu .fr 1986 48

F werden, dass bei einem daraus folgenden Zusammenbruch der Infrastruktur der Netzverbund unterschiedlicher militärischer Computersysteme weiterhin sichergestellt ist. Die angeschlossenen Systeme konnten auch bei Ausfällen verschiedener Netzabschnitte selbstständig eine andere Datenverbindung aufbauen. Dafür wurde das flexible und fehlertolerante Internet Protocol (IP) entwickelt. Nach der Entwicklung von Timothy Berners-Lee wurde das Internet massentauglich. So kam es, dass das ARPAnet 1987 eingestellt wurde. Von da an schossen die Wachstumszahlen in die Höhe. Wichtig für das Wachstum des Internets war auch die Einführung der Browser und Suchmaschinen – allen voran Google, Ende der 1990er-Jahre auf den Markt gekommen und diesen bis heute bestimmend und verändernd. Der Internetkonzern ist von einer einfachen Suchmaschine zu einem Riesen herangewachsen, der das Internet quasi regiert. Google weiss alles: nicht nur über das, was Sie suchen, sondern auch über Sie. „Zu niemandem ist man ehrlicher als zum Suchfeld von Google“, sagte einst die Sprecherin des Chaos Computer Clubs, Constanze Kurz. Und damit hatte der Siegeszug damals begonnen. Es gab zuvor schon Suchmaschinen, aber durch den besonderen Algorithmus gelang es Google mehr und schneller bessere Ergebnisse zu finden. Das führte dazu, dass immer mehr Leute zu Google wechselten – heute nutzen mehr als 90 Prozent die Suchmaschine. Die Browser waren wichtig, um Herr und Frau Schweizer den Zugang zum Netz überhaupt zu ermöglichen. Sie schafften eine grafische und bedienerfreundliche › 1992 1987 Wieder in CERN entsteht der erste Browser „Mosaic“. Inzwischen hat sich die Zahl der Internetnutzer verdoppelt. 1992 sind eine Million Rechner am Netz, die erste Suchmaschine „Veronica“* entsteht, erste Audio- und Videodateien werden versendet und die USA machen das Internet frei und öffnen es für die kommerzielle Nutzung. 1993 1994 Ein Jahr später wird das ARPAnet abgestellt. www-Erfinder Timothy Berners-Lee veröffentlicht seine Software im Internet. Die Programmiersprache Hypertext Markup Language (HTML) wird zur Verlinkung von Internetseiten benutzt. Die einfache Bedienung ermög - licht es vor allem auch normalen Menschen das Internet für sich zu nutzen und setzt so den Siegeszug als Massen me dium in Gang. Ein Jahr später wird der Browser Netscape Navigator auf den Markt gebracht. Die ersten Internetcafés kommen 1994 in den USA auf und sind bis heute in nahezu jeder grösseren Stadt auf dem Globus vertreten. *Very easy rodent-orinented net-wide index to computerized archives = Sehr einfach zu bedienender mausorientierter netzweiter Index für Computerarchive 49