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FonTimes_7/2017

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HANDYNUTZUNG/KOMMUNIKATION Nutzungsoberfläche. Davor war das Internet nüchtern und bestand aus unterschiedlichsten Gebilden mit denen meist nur sehr technik- und computeraffine Menschen etwas anfangen konnten. Das Drängen von normalen Bürgern in das militärisch und wissenschaftlich aufgebaute Kommunikationsnetz sorgte für einen grundlegenden Wandel, vor allem des WWW. Die weite Verbreitung von Telefonanschlüssen tat ihr Übriges. Die flächendeckende Verbreitung des Telefons machte es möglich alle Regionen der Welt miteinander zu verbinden. Diese Abdeckung machte man sich zu Beginn der Internetrevolution mittels eines Modems zu nutze. Es wurde einfach an die Telefondose mit angeschlossen. Einziger Haken an der Sache: Während man im Internet surfte, war die Telefonleitung besetzt. Videos oder stundenlang Serienstreamen, das war zu dieser Zeit noch undenkbar. Musik-Downloads gab es meist nur ille­ gal über zwielichtige Plattformen. Hinzu kam die geringe Bandbreite des Zugangs – mehr als 2,4 Kilobits/s waren aufgrund der Verbindung über die Telefonleitung nicht möglich. Denn schliesslich war die Telefonleitung nur auf Sprachübertragung ausgelegt. Auch die Einführung von ISDN brachte zunächst wenig Zuwachs an Geschwindigkeit (64 Kilobits/s). Durch eine Bündelung der Telefonkanäle konnte schlussendlich eine Steigerung auf 128 Kilobits/s erreicht werden. Damit waren die technischen Möglichkeiten allerdings ausgereizt. Zwar wurde später auf ein digitales Telefonnetz umgestellt, das prinzipiell eine schnellere Verbindungsgeschwindigkeit erlaubte. Aber die Leitungen zwischen Vermittlungsstelle und Wohnung bzw. Haus waren in der Regel zwei- oder vierdrahtige Kupferleitungen, die diese Geschwindigkeiten nicht zuliessen. Ein Kompletttausch 1995 1999 Die Programmiersprache Java legt 1995 einen weiteren Meilenstein, ebenso wie die Real-Audio- Technologie, die es möglich macht, Musik und Video im Netz in Echtzeit zu konsumieren. 1996 Ein bezahlbarer Internetzugang ist in der Schweiz erstmals 1996 vorhanden. „The Blue Window“, eine Tochter der Telecom PTT, bietet einen Zugang mit 25 Franken Grundgebühr inklusive 20 Stunden Surfzeit an. Davor konnte das Surfen bis zu 500 Franken pro Monat kosten. © keystone 1998 Mehr als 36 Millionen Menschen nutzen das Internet 1998. Im selben Jahr wird die bis heute erfolgreichste Suchmaschine Google gegründet. Der erste E-Mail-Wurm „Melissa“ infiziert tausende Rechner, die das E-Mail-Programm Outlook nutzen. Microsoft bringt seinen Internet Explorer 4.0 an den Start und bietet damit erstmals dem Netscape-Browser eine ernstzunehmende Konkurrenz. Nokia stellt auf dem GSM World Congress 1999 (heute GSMA Mobile World Congress) das erste Internet fähige Handy vor – das Nokia 7110. Es basiert auf dem Wireless Appliation Protocol (WAP). © 2015 Google Inc. Alle Rechte vorbehalten. Google und das Google-Logo sind eingetragene Marken von Google Inc. © 2015 Google Inc. Alle Rechte vorbehalten. Google BETA ist eine Marke von Google Inc. 50

F dieser Leitungen wäre mit immensen Kosten verbunden gewesen. Daher musste über andere Lösungen nachgedacht werden. So kam es zur Erfindung der Digital Subscriber Line (DSL). Verschiedene Frequenzbereiche der Kupferleitungen wurden dabei für die Übertragung verwendet. Alle Frequenzen, die unter einem bestimmten Frequenzbereich lagen, wurden für die Telefonie verwendet. Alles was darüber lag, kam dem DSL-Anschluss zu Gute. Um die beiden Frequenzen zu trennen, musste an der Telefonbuchse ein Splitter angebracht werden. Ein angeschlossener Router sorgt dafür, dass die DSL-Signale in herkömmliche Signale umgewandelt werden. Somit ist eine Nutzung einer höheren Geschwindigkeit ohne Austausch der Kabel möglich. Ende der 1990er-Jahre trat das WLAN seinen Siegeszug an. Ohne Kabel war es dann möglich im Internet zu surfen. Seit Anfang der 2000er-Jahre hat auch die Geschwindigkeit der DSL-Anschlüsse generell stark zugelegt, was vor allem an neuen Technologien und Leitungen lag (z.B. Glasfaser). Während man zu Beginn des Modem-Zeitalters für eine 100 Megabit-Datei noch fast 16 Stunden zum Download brauchte, waren es 2008 nur noch 16 Sekunden. Durch das Aufstellen von WLAN-Bäumen ist quasi überall eine schnelle Internetverbidnung möglich. Durch die schnellere Verbindung wurden Streamingund Videoangebote immer bleibter und beeinflussen unsere Mediennutzung bis heute. Die Entwicklung der Computer hat massgeblich zur Verbreitung des Internets beigetragen. Wie diese aussieht, werden wir in der nächsten FonTimes-Ausgabe genauer betrachten. 2001 2005 2000 Anfang der 2000er-Jahre werden die analogen Modems zur Einwahl ins Internet immer mehr von Kabel- und ISDN-Modems verdrängt. 2001 platzt die sogenannte Dotcom-Blase. Durch Banker ange feuert, investierten viele Anleger in die neuen „Zukunftsunternehmen“. Doch die hochbewerteten Unter nehmen konnten die Ge winnerwartungen nicht erfüllen und so kam es zum Börsen-Crash. Nach dem Crash wird dem Internet kein Erfolg mehr zugesagt. Als Folge der Terroranschläge vom 11. Sep tember erlassen viele Länder Gesetze, die die Ano nymität der Internetnutzer einschränken. Der erste legale Download-Dienst iTunes von Apple startet 2003. Auch der Internettelefonie-Anbieter Skype wird gegründet. 2005 geht YouTube an den Start. Der Verleger Tim O’Reilly macht den Begriff „Web 2.0“ populär. Er steht für den Wandel des Internets hin zu selbst produzierten In halten (z. B. Weblogs). 2006 2010 Zunächst wird es nur ein Netzwerk für Ha vard-Studenten – doch inzwischen hat das 2010 eingeführte Netzwerk Facebook mehrere Hundertmillionen Mitglieder. Ein Jahr später startet der Mikroblogging- Dienst Twitter. http://www ... 2003 Im gleichen Jahr wird erstmals ein Rechner im Weltall mit dem Internet verbunden. 9/11 51