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FonTimes_7/2017

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HANDYNUTZUNG/KOMMUNIKATION VERNETZTES ZUHAUSE IST AUF DEM VORMARSCH Sie sind sich nicht sicher, ob Sie das Fenster im Schlafzimmer geschlossen haben, bevor Sie gegangen sind? Oder das Licht im Bad ausgemacht haben? Ein Blick auf das Smartphone reicht, um sich zu vergewissern, dass alles gut ist. Das ist nur einer der Nutzen von Smart Home. Inzwischen ist das intelligente Zuhause auf dem Vormarsch und kann langfristig sogar bei einem nachhaltigen Leben helfen. Viele haben bereits Smart Home-Anwendungen zu Hause, ohne es zu wissen – das fand zumindest eine Studie des Marktforschungsinstituts Splendid Research heraus. Als Grund nannten die Forscher vor allem den undurchsichtigen Markt. Die Hersteller kommunizieren kaum ihre Produkte nach aussen. So zählt beispielsweise schon ein Fernseher mit Internetanschluss als Smart Home-Gerät. Oder haben Sie vielleicht sogar eine elektrische Zahnbürste, die via Bluetooth gesteuert werden kann? Denn auch diese zählt zu den Smart Home-Geräten. All das, was Mechanismen, Aufgaben, Dienstleistungen und Dinge in den eigenen vier Wänden miteinander verbindet, wird unter dem Sammelbegriff Smart Home geführt. Das Internet der Dinge wird immer weitere Kreise in unserem Leben ziehen und weitere Bereiche einnehmen. SENSOREN, EINGABEGERÄT UND GATEWAY KOMMUNIZIEREN MITEINANDER Smart Home-Geräte finden derzeit hauptsächlich Einsatz bei der Regulierung der Raumtemperatur oder von Lichtquellen. So gibt es heute schon Glühbirnen oder Thermostate, die sich über WLAN steuern lassen. Die Verbesserung der Energieeffizienz nennen die meisten als Hauptgrund für die Anschaffung eines solchen Gerätes. Das Prinzip ist einfach: Es gibt ein oder mehrere Eingabegeräte (Touch Displays, Smartphones etc.), die entweder über Berührungen, Eingaben oder Sprachbefehle gesteuert werden können. Diese Geräte dienen zur Kommunikation 54

F mit den restlichen Steuerelementen des Smart Home­ Systems. Sensoren dienen dazu, die aktuelle Lage zu überprüfen, z. B. die Raumtemperatur. Auf der zentralen Steuerungseinheit, dem Gateway, werden alle Sensordaten und die Befehle des Nutzers gesammelt und ausgewertet. Falls beispielsweise die Raumtemperatur niedriger ist als gewünscht, leitet das Gateway das Einschaltung der Heizung ein. MIETER MÜSSEN AUF SMART HOME NICHT VERZICHTEN Teuer sind die Geräte inzwischen auch nicht mehr. Für wenige Franken sind inzwischen Lösungen vorhanden, die per App gesteuert und ohne grosse Umbaumassnahmen eingesetzt werden können. Selbst Mieter haben die Möglichkeit die Geräte einzusetzen, da viele Geräte einfach gegen die Smart Home-Variante ausgetauscht werden können. Wenn diese allerdings grössere Veränderungen an der Wohnung oder einen Umbau erfordern, muss natürlich der Vermieter darüber informiert werden. Zudem empfiehlt sich in Mietwohnungen der Einbau rückbaufähiger Geräte, da der Mieter die Wohnung wieder in den Zustand zum Zeitpunkt des Einzugs versetzen muss. DATENSCHUTZ STEHT IM VERNETZTEN ZUHAUSE AN OBERSTER STELLE Wichtig beim Thema Smart Home ist natürlich auch der Datenschutz. Je mehr unterschiedliche Hersteller Sie bei den einzelnen Geräten haben, desto höher ist natürlich das Sicherheitsrisiko. Wenn Sie nur einen Hersteller einsetzen, werden die Geräte nur über ein zentrales Steuerelement bedient und bieten so einen besseren Schutz vor Fremdzugriffen. Die Datenschutzbestimmungen des Herstellers sollten genau studiert und auf einen guten, aktuellen Virenschutz geachtet werden. Noch besser ist es natürlich, wenn die Systeme unabhängig von WLAN und Co. funktionieren. Denn wenn es keine Verbindung zum Internet gibt, können die Daten der Smart Home-Geräte auch nicht durch Hacker abgegriffen werden. Besonders tricky in puncto Privatsphäre wird es, wenn man sich Überwachungssysteme anschafft. Nahezu jeder kann heute ohne Probleme sein Haus mit Überwachungskameras ausstatten und regelmässig übers Netz kontrollieren. Doch wenn diese Kameras nicht ausreichend vor Fremdzugriffen geschützt sind, kann quasi jeder einen Blick in Ihr Zuhause werfen. Nicht nur, dass Hacker Sie in Ihrer Wohnung beobachten können, auch potenzielle Einbrecher können so spielend leicht herausfinden, ob Sie zu Hause sind oder nicht. Genau davor sollen die Systeme aber eigentlich schützen. Einige Hersteller bieten eine vollständige Verschlüsselung der Daten und eine aktive Authentifizierung des Nutzers an. Dennoch werden zumindest die Hersteller die Daten für sich nutzen, um Auswertungen des Verbraucherverhaltens durchzuführen. Das zeigt: Es ist unerlässlich, den Hersteller, die Sicherheitsmassnahmen und Datenschutzerklärungen genau zu prüfen, ehe man sich ein Smart Home-Gerät zulegt, das über das Internet kommuniziert. Alternativ sollte auf Geräte zurückgegriffen werden, die das Zuhause auch ohne Verbindung zum Netz sicherer und komfortabler machen. Dank moderner Funktechnik sollte dies möglich sein. Ein Beispiel hierfür sind Funksteckdosen, die mittels einer eigenen Fernbedienung gesteuert werden können. Alternativ dazu gibt es Systeme, die zwar den WLAN-Router als Verbindung nutzen, aber nicht auf das Internet zugreifen. › 55