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FonTimes_7/2017

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HANDYNUTZUNG/KOMMUNIKATION Smart Home-Geräte eigenen sich vor allem dazu, das Leben angenehmer zu machen und mögliche Energiesparpotenziale zu nutzen. Beispielsweise ist es nicht nötig, tagsüber zu heizen, wenn man nicht zu Hause ist. Trotzdem möchte niemand in eine kalte Wohnung nach Feierabend zurückkehren. Die intelligenten Thermostate ermöglichen es, die Temperatur vom Büro aus zu steuern. Zeitschaltuhren in den Reglern sorgen dafür, dass die Heizung immer zu einer bestimmten Uhrzeit anspringt. Wie die Geräte miteinander vernetzt sind, hängt vom Hersteller ab. Einige setzen auf Funksysteme, andere auf Stromleitungen. Wenn Sie sich für mehrere Hersteller entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass die Verbindungssysteme miteinander kompatibel sind. Und selbst innerhalb des Systems eines Herstellers muss darauf geachtet werden. Durch unterschiedliche Software-Lösungen können sich die Geräte (noch) nicht einwandfrei untereinander austauschen. Vor dem Hintergrund des smarten und mitdenkenden Zuhauses ist das aber ein wichtiger Punkt. Daher arbeiten ABB und Cisco an einer gemeinsamen Lösung, die eine herstellerübergreifende Vernetzung ermöglicht. Dafür müssen die Hersteller die Plattform nutzen und ihre Produkte entsprechend anpassen. Probleme stellt aber nicht nur die gleiche Vernetzung dar. Noch ist der Mensch als Mitdenker für die Geräte nicht unerlässlich – bekanntlich ist irren menschlich. Das heisst, die Technik ist nur so effizient, wie der Mensch sie eingestellt hat. Hier gibt es allerdings noch einiges Fehlerpotenzial. Künftig sollen das Algorithmen übernehmen. Hinzu kommt, dass jeder individuelle Bedürfnisse hat, die nur schwer anhand einer Programmierung abgebildet werden können. Daher wird das vernetzte Zuhause auch in Zukunft auf den Menschen angewiesen sein. Dennoch wird es Software- Lösungen geben, die mit der Zeit von ihren Nutzern lernen. Das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) befasste sich ausführlich mit der Entwicklung des intelligenten Wohnens in der Schweiz bis 2030. Die Forscher prognostizieren durch die Zunahme von vernetzten Geräten in den eigenen vier Wänden nachhaltigere, preiswertere und komfortablere Wohnsituationen sowie auf der anderen Seite einen enormen Zuwachs der Datenmengen. Die gesammelten Daten werden auf Dauer niemanden davon abhalten, ein vernetztes Zuhause zu bewohnen, sind die Forscher überzeugt. Denn seit jeher hat der Mensch die Technik angenommen, die sein Leben einfacher macht. Staubsauger, Waschmaschine oder Elektroherd sind da nur wenige Beispiele. Die intelligenten Lösungen werden sich nicht nur auf das Wohnen beschränken. Den Bau ebendieser wird es unterstützen. Schon jetzt gibt es bewohnbare Prototyp-Häuser aus dem 3D-Drucker. Das hat auch zur Konsequenz, dass sich unsere Wohnsituationen ändern werden. Neue Modelle wie Sharing Economy oder Home Office werden eine zentrale Rolle spielen. Denn die neue Vernetzung des Zuhauses eröffnet den Menschen neue Möglichkeiten. Die Baubranche stellt sich schon jetzt darauf ein. Wie das GDI herausfand, bieten schon heute über 80 Prozent der Elektroplaner und -installateure smarte Wohnlösungen an. Den grössten Bedarf bzw. die grösste Nachfrage gibt es im Bereich Haustechnik und Sicherheit. Das betrifft hauptsächlich Beleuchtung, Belüftung, Rauchmelder oder Alarm ­ an lagen. 68 Prozent der Anbieter glauben, dass intelligentes Wohnen in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Die Hälfte der Befragten glaubt, dass in zehn Jahren alle Neubauten über eine vollautomatisierte Infrastruktur verfügen. Welche Geräte wir Ihnen für die Nutzung des vernetzten Zuhauses empfehlen, können Sie auf Seite 94 – 95 nachlesen. 56