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FonTimes_7/2017

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HANDYNUTZUNG/KOMMUNIKATION APP IN DIE SCHULE Digitale Medien spielen in der Freizeit und im Berufsleben eine immer zentralere Rolle. Doch wie sieht es in der Schule aus? Grösstenteils geht es dort noch recht analog zu. Dabei gibt es inzwischen Initiativen, die sich für digitales Lernen einsetzen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Internet und Co. sinnvoll dafür zu nutzen – auch im Bereich der Erwachsenenbildung. Mit dem Einsatz digitaler Lernmaterialen wird den Schülern klar gemacht, dass man das Internet für mehr als nur das Spielen oder Chatten mit Freunden nutzen kann. Auch können sie so gezielt auf die Gefahren des Netzes und deren Lösungen vorbereitet werden. Das Nutzen digitaler Medien im Unterricht oder auch zu Hause für die Schulaufgaben fördert nachhaltig die Medienkompetenz. Kinder und Jugendliche sind so besser in der Lage, Informationen im Internet zu finden und die richtigen herauszufiltern. Besonders mobile Geräte, wie Tablets, eignen sich für die Integration in den Unterricht, da sie unabhängig von Räumlichkeiten sind und problemlos transportiert werden können. Die lange Akkulaufzeit, verschiedene Einsatzmöglichkeiten und die intuitive Bedienung mit den Fingern kommen noch hinzu. Dies ermöglicht nicht nur das Lernen im Schulgebäude, sondern auch ausserhalb – vor dem Hintergrund des immer weiter wachsenden Augmented Reality Marktes sicher ein interessanter Aspekt. Unterricht im Freien wird durch diese Möglichkeit zusätzlich unterstützt, da auch die Lehrkraft unabhängig von Tafel, Tageslichtprojektor und Co. mit den Schülern den Unterricht gestalten kann. Das sorgt für neue Lernimpulse. Eine solche Idee diente als Grundlage für die Webplattform my-pad.ch, welche Unterrichtsideen für die Projektan ­ lage „my Pad – mobiles, kooperatives Lernen im Unterricht“ beinhaltet. 32 Klassen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I in den Kantonen Aargau und Solothurn 60

F haben an dem Projekt teilgenommen. Die Mehrheit der Teilnehmer aus Solothurn gab im Anschluss bei der Befragung an, dass der Unterricht durch den Einsatz der Tablets spannender geworden sei. Ziel des myPad-Unterrichts ist es, Kinder und Jugendliche dazu zu bringen, ihre Lernstrategie besser zu organisieren und zu erweitern. Der verantwortungsvollere Umgang mit Medien ist dabei nur ein Nebeneffekt. SCHÜLER UND LEHRER SCHÄTZEN DEN ABWECHSLUNGSREICHEN UNTERRICHT Die Schüler gaben bei der Befragung an, dass sie an der Arbeit mit dem Tablet im Unterricht vor allem schätzen, dass sie schnellen Zugriff auf Informationen erhalten. Sie hätten schneller Informationen zu einem Unterrichtsthema, der richtigen Rechtschreibung oder einer Jahreszahl gefunden und so ihre Aufgaben besser erledigen können. Diese Art der Horizonterweiterungen mache ihnen sogar richtig Spass. Zudem mache es den reinen Frontalunterricht ab wechslungsreicher. Die Lehrer konnten diesen Eindruck bestätigen und schätzten den kreativen Einsatz von Videos, Bildern oder anderen Möglichkeiten. Auch zur Erledigung der Hausaufgaben habe die Nutzung des Tablets beigetragen. Hinzu kam die Arbeitserleichterung. Denn der Unterricht lasse sich schneller und einfacher vorbereiten, wenn die Schüler auch selbstständig Aufgaben am Tablet lösen müssen. Das ist vor dem Hintergrund der immer grösser werdenden Schulklassen sicher nicht zu verachten. Denn in der Schweiz werden aus Spargründen immer mehr Klassen zusammengelegt. Durch die Nutzung von Software oder Apps im Unterricht bekommt der Lehrer zusätzlich Zeit zur individuellen Förderung einzelner Schüler. Durch intelligente Algorithmen innerhalb der Software erkennen die Programme zudem schnell, wie gut ein Schüler ist und passen die Aufgaben an. So bekommen gute Schüler anspruchsvollere Aufgaben und sind auch damit besser ausgelastet, während der Lehrer mit den schwächeren Schülern üben kann. Die Angst, dass das Tablet nur zum Spielen statt zum Lernen verwendet wird, ist dabei unbegründet – das Tablet wurde während der Projektphase für Schule wie auch Freizeit gleich lange verwendet. Weniger als 40 Prozent der Schüler nutzten das Gerät zu Hause ausschliesslich zum Spielen. Dafür nutzte etwa die Hälfte das Gerät jeden zweiten Tag zur Erledigung der Hausaufgaben. Eltern teilten diesen Eindruck und glauben, der schulische Umgang mit einem Tablet fördert die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder und Jugendlichen. Mittels der Tablets konnte bei dem Projekt myPad nicht nur das Erledigen von Aufgaben oder das Recherchieren erleichtert werden. Apps gaben Lehrern und Schülern neue Einblicke in verschiedene Lernmöglichkeiten. Dinge, die nur schwer an der Tafel, am Tageslichtprojektor oder mittels Worten und Gesten visualisiert werden können, konnten auf dem Tablet entdeckt werden, so zum Beispiel das Sonnensystem als interaktives 3D-Modell. AUGMENTED REALITY FINDET INZWISCHEN AUCH IN DIE SCHULEN Die Technologie ermöglicht es mittels Smartphone oder Tablet, gedruckte Schulbücher mit digitalen Zusatzmedien zu erweitern. Vorreiter in diesem Bereich ist SchulAR, das es den Verlagen ermöglicht, schon bestehende Schul bücher mit Videos, Audios, 3D- oder interaktiven Projektionen nachträglich zu füllen. Nachdem die App auf dem Gerät ge startet wurde, wird es einfach auf die entsprechende Schulbuchseite gehalten und blendet dann die inte grierten Inhalte ein. › 61