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FonTimes_7/2017

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DATENSCHUTZ/WERBUNG

DATENSCHUTZ/WERBUNG MISSTRAUEN GEGENÜBER FAKE NEWS WÄCHST In der Vergangenheit haben wir bereits über Fake News berichtet. Dass das Thema im Alltag immer präsenter wird, zeigen die Ergebnisse der Mediengewichtungsstudie von Kantar TNS. Denn die Nutzer werden sozialen Medien gegenüber immer misstrauischer. Tagtäglich loggen sich Millionen Schweizer in die sozialen Medien ein. Inzwischen nicht mehr nur, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, sondern auch um sich zu informieren und sich eine Meinung über aktuelle Themen zu bilden. 16,9 Prozent nutzen soziale Medien täglich als Informationsquelle. Spitzenreiter bei der Informationssuche sind jedoch nach wie vor Suchmaschinen mit 22,3 Pro zent. genau dort gibt es ein besonders hohes Fehlerpotenzial und es kann schnell zur Verbreitung von Fake News kommen. Denn nicht selten haben sich private Nutzer vorher nicht ausreichend informiert und verbreiten unter Umständen falsche Neuigkeiten. Trotz der Nutzung als Informationsplattform gibt der Gross teil der Nutzer an, den Meldungen in sozialen Netzwerken nicht zu vertrauen. Sie schenken den Meldungen in den klassischen Medien mehr Glauben. Stattdessen sehen die Nutzer die sozialen Medien eher als Mittel zur klassischen Meinungsäusserung. Sie bestätigen auch, dass sie im Netz auf Gleichgesinnte treffen. Die Nutzer sind sich Bei der Informationsbeschaffung über soziale Medien werden meistens professionelle Beiträge genutzt. Dicht da hinter folgen jedoch gleich die Beiträge von privaten Nutzern – und 80

F aber bewusst, dass sie bei der reinen Information beziehungsweise Meinungsbildung über soziale Medien nur einseitige Ansichten erhalten. Schuld daran ist vermutlich die sogenannte Filterblase. Menschen mit ähnlichen Ansichten und In teressen bleiben gemeinsam in ihrer eigenen „Welt“ und wagen selten den Blick über den Tellerrand. Der Facebook-Algorithmus hat das perfektioniert. Er zeigt das in der Timeline an, was zu den Likes, Kommentaren und Interessen der Nutzer passt. Da können geschickt platzierte Fake News schon etwas zur Meinungsbildung beitragen, sind sie doch teilweise auch verpackte Werbeanzeigen, die gekauft und an eine de finierte Zielgruppe ausgespielt werden. Dass in den sozialen Netzwerken Fake News häufig kursieren, ist fast allen Nutzern bewusst. Deswegen treten sie Nachrichten im sozialen Netzwerk misstrauisch gegenüber. Daher wer­ den klassische Medien genutzt, um Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Besonders die ältere Generation glaubt nicht alles, was auf Facebook, Twitter und Co. verbreitet wird. Die Befragung zeigt, dass das Bewusstsein für Fake News da ist. Dennoch ist nach wie vor Vorsicht geboten, nicht immer sind Falschmeldungen sofort als solche erkennbar. Das Verbreiten von Falschinformationen kann auch rechtliche Konsequenzen haben (wir berichteten). Es ist daher auch weiterhin notwendig, Meldung in mehreren Quellen zu überprüfen und Informationen zu hinterfragen, ehe man sie im eigenen Netzwerk verbreitet. Als Meinungsplatt form können die sozialen Medien genutzt werden. Dennoch sollte man immer mal wieder einen Blick aus der Filterblase heraus wagen. FAST ALLE ÜBER 50 Jahre SIND SOZIALEN NETZWERKEN GEGENÜBER BESONDERS MISSTRAUISCH. 19% HABEN VERTRAUEN IN SOCIAL MEDIA-MELDUNGEN. 94 % STIMMEN DER AUSSAGE ZU, DASS ES VIELE FALSCHMELDUNGEN IN DEN SOZIALEN MEDIEN GIBT. Die Hälfte BEMÄNGELT, DASS SICH IN SOZIALEN NETZWERKEN VOR ALLEM FRUSTRIERTE UND PESSIMISTISCHE MENSCHEN ÄUSSERN. 80 % SCHÄTZEN DIE MÖGLICHKEIT, IHRE MEINUNG IN SOZIALEN NETZWERKEN FREI ZU ÄUSSERN. 80 % ÜBERPRÜFEN INFORMATIONEN MIT HILFE VON KLASSISCHEN MEDIEN. 81